Juli 2016

Juli 2016: Der Schlafbaum (Albizia julibrissin)

Albizia julibrissin bei Nacht

Nur sehr weniger Vertreter der Unterfamilie der Mimosenartigen aus der Familie der Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae) sind in unseren Breiten winterhart. Der Schlafbaum (Albizia julibrissin) gehört dazu. Seinen deutschen Namen hat der Schlafbaum  vom Erschlaffen seiner Blätter bei Nacht (siehe Nachtaufnahme) – der Baum erscheint so als würde er schlafen. Im übertragenen Sinne tun er das sogar: In der Nacht verdunstet er über die Blätter kein Wasser, da der Sonnenschein fehlt. Teilweise fließt das Wasser aus seinen Blättern und Zweigen sogar zurück in die Wurzel. Damit sinkt der Zellsaftdruck in seinen Blattzellen, sie kollabieren  und erschlaffen. Ein entfernter Verwandter des Schlafbaumes, die Sinnpflanze (Mimosa pudica), vermag diese Erschlaffung sogar schlagartig in Reaktion auf Berührung herbeizuführen.

Albizia gegenüber dem Inspektorenhaus

Der Schlafbaum ist ein echter Exot in unseren Gärten. Obwohl winterhart findet man ihn nicht sehr häufig. Sehr strenge Winter bekommen ihm auch nicht sehr gut, manchmal sterben dann einzelne Äste ab, der Baum wird jedoch wieder austreiben. Jedenfalls hat er das im Botanischen Garten Leipzig seit seiner Anpflanzung im Jahre 2005 stets getan. Er wächst gegenüber dem Inspektorenhaus und blüht während des Julis. Er bildet seine Zweige etagenartig aus und die Blüten bedecken die Oberseite einer jeden Etage spektakulär in pink. Anders als bei den meisten Blüten sind es jedoch nicht die Blütenblätter die die optische Anlockung verursachen, sondern die seidenfadigen Staubblattfilamente. Daher rührt auch sein zweiter deutscher Namen „Seidenbaum“.

einzelne Blüte (alle Bilder W. Teschner)
letzte Änderung: 09.08.2016