Mai 2021

Pflanze des Monats Mai 2021: Ophrys apifera

Orchideen waren und sind noch immer eine der ästhetisch besonders ansprechenden Pflanzen.  Gerade im Winter zieren sie viele unserer Wohnzimmer-Fensterbänke. Doch bei diesen Orchideen handelt es sich fast ausschließlich um Exoten aus den tropischen Regenwäldern. Aber wussten Sie, dass auch etwa 80 Orchideenarten in Deutschland heimisch sind? Sie haben ganz spezielle Ansprüche an ihren Wuchsort, sind allesamt selten und vom Aussterben bedroht und streng geschützt. Die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) und die Insekten-Ragwurz (Ophrys insectifera), besser bekannt und dem Namen Fliegen-Ragwurz, gehören dazu und stehen schon in den Startlöchern zum Beginn ihrer Blüte – zumindest in den Toten Tälern bei Freyburg.

Ophrys apifera, Foto: Wolfgang Teschner

Auch der Botanische Garten Leipzig würde gerne mit ein paar Exemplaren aufwarten, denn sie sind Teil des Beziehungspfades und wären an Position 12 zu finden – doch bisher schlug ihre Kultivierung trotz aufopferungsvoller Geduld, Wissen und viel Liebe unserer Gärtner fehl.  Trotzdem: Ragwurzen gehören – nach meiner eigenen Statistik von über 12 Millionen gesammelten Fotos von fast 2000 Fotografen – zu den am häufigsten abgelichteten Pflanzen überhaupt. Der Laie jedoch mag enttäuscht sein: die wundervollen und oft formatfüllenden Bilder täuschen über die Größe der einzelnen Blüten hinweg. Eine einzelne Blüte ist selten größer als einen halben Zentimeter im Durchmesser! Geduld, genaues Hinsehen und auch ein bisschen Glück gehören zum Auffinden der Blüten dazu.

Ophrys apifera, Foto: Wolfgang Teschner

Das Glück lässt sich manchmal ein wenig überrumpeln, wenn man eine vorbeifliegende Biene verfolgen kann, die zu einer Blüte unterwegs ist und einen quasi unfreiwillig hinführt. Übrigens sind es in der Regel Männchen, die die Bestäubung durchführen, da sie sich vom Aussehen und dem Duft der Ragwurzenblüten haben täuschen lassen: Denn die Blüten duften nach Weibchen, sehen ihnen recht ähnlich – und auch die Behaarung fühlt sich für sie an wie die vermeintlichen Weibchen.

Ophrys apifera, Foto: Wolfgang Teschner
letzte Änderung: 14.05.2021