April 2020

Pflanze des Monats April 2020: Anemone sylvestris

Anemone sylvestris, Foto: Wolfgang Teschner

Von etwa Mitte März bis April blüht in ausgedehnten Beständen des Leipziger Auwaldes das Buschwindröschen (Anemone nemorosa).  Weit weniger bekannt und sehr viel seltener ist das Wald- oder Große Windröschen (Anemone sylvestris). Es blüht etwas später, oft sogar bis in den Mai hinein, wird um einiges höher und wächst nicht in so dichten Beständen. Das Große Windröschen ist auch insgesamt stark behaart und seine Blüten werden doppelt so groß wie die des Buschwindröschens, sind aber genauso weiss. Auch in den Früchten gibt es deutliche Unterschiede. Beide Arten produzieren zwar kleine Nüsschen, während die des Buschwindröschens aber nur kleine hakige Griffelreste zum Festhalten im Fell von Tieren ausbilden,  so produziert das Große zudem wollige Haare. So können die Früchte auch durch Wind verdriftet werden. Im Zustand der Fruchtreife sieht man auch deutlich die nahe Verwandtschaft zu den Kuhschellen (Pulsatilla). Von manchen Wissenschaftlern werden die Kuhschellen sogar mit den Anemonen in einer Gattung vereinigt.

Anemone sylvestris, Foto: Wolfgang Teschner

Das Wald- oder Große Windröschen wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden und meidet – anders als es der Name „Wald“ suggeriert – sogar eher die tiefschattigen Standorte des Waldes.  Am ehesten ist es auf ungedüngtem, trockenen Magerrasen zu finden. Im Norden Deutschland und insbesondere im Tiefland fehlt es ganz und ist in ganz Europa mittlerweile gefährdet.

Anemone sylvestris, Foto: Wolfgang Teschner

Im Botanischen Garten Leipzig finden sie einen kleineren Bestand im Mitteleuropäischen Revier gegenüber des Moores bzw. des Teiches zwischen Weg und Mauer. Hier finden sich auch weitere Arten, die mit dem Großen Windröschen oft zusammenwachsen, wie der Diptam, die Weinraute oder der Blutrote Storchschnabel.

letzte Änderung: 09.04.2020