April 2019

Pflanze des Monats April 2019: Schisandra chinensis

Blüte der Schisandra chinensis, Bild: Wolfgang Teschner

In den ursprünglichen bedecktsamigen Samenpflanzen finden sich ungewöhnlich viele aromatisch duftende und schmeckende Vertreter, wie zum Beispiel die Muskatnuß, der Lorbeer oder Ylang-Ylang – Hauptbestandteil der Parfüms Chanel No. 5. Etwas weniger bekannt sein dürfte Wu Wei Zi aus China sein, ein bei uns winterharter, kleiner Kletterer, der mittlerweile auch einen deutschen Namen bekommen hat – zum Beispiel bezugnehmend auf seinen Duft „Chinesischer Limonenbaum“. Limonenliane wäre allerdings passender, denn die Pflanze benötigt Rankhilfen zum Klettern, ähnlich der ebenfalls auch China stammenden Kiwifrucht.

Früchte der Schisandra chinensis, Bild: Wolfgang Teschner

In China werden die Früchte wie auch andere Teile der Pflanze schon seit Jahrhunderten in der Pharmazie genutzt. Ihr werden alle möglichen Heilwirkungen nachgesagt, von Schlaflosigkeit bis zu Hepatitis, Diabetes und vorzeitigem Samenerguß. Während die physiologische Wirkung noch längst nicht aufgeklärt ist, können aus den Beeren der Pflanze – Reife im Spätsommer – für unseren Gaumen ungewöhnliche schmeckende Marmeladen hergestellt werden. Das Bouquet einer solchen umfaßt nahezu alles, von salzig und süß bis scharf und bitter, und ist kaum mit anderen Marmeladen vergleichbar.


Wer den „Limonenbaum“ in seinem Garten ranken lassen möchte, um auch die Früchte zu ernten, sollte daran denken, sowohl männliche als auch weibliche Exemplare zu pflanzen, sonst gibt es keine Früchte. Die abgebildeten Blüten sind männlich, gut daran zu erkennen, dass es nur Staubbeutel, aber keinen Fruchtknoten in der Blüte gibt. Im Botanischen Garten Leipzig sind die Pflanzen unweit der Linnéstatue im System gepflanzt.

Blüte der Schisandra chinensis, Foto: Wolfgang Teschner
letzte Änderung: 17.05.2019