Oktober 2018

Oktober 2018: Die Früchte der Spargelartigen (Asparagales)

Graslilie (Anthericum ramosum), Bild: W. Teschner

Die Hauptblütezeit im Botanischen Garten ist längst überschritten und die meisten Pflanzen des Freilandes bereiten sich auf den nahenden Herbst vor. Das ist eine gute Gelegenheit, statt auf die Blüten einmal auf die Früchte zu schauen. Denn manche Unterschiede in der Verwandtschaft sind bei Früchten besser als bei Blüten zu erkennen.

Leopardenblume (Belamcanda chinensis) Bild: W. Teschner

Das betrifft bei den Einkeimblättrigen v.a. die Gruppe der Spargelartigen (Asparagales) mit bekannten Vertretern wie dem Lauch, dem Schneeglöckchen, der Narzisse, den Schwertlilien oder dem Krokus und dem Unterschied zu den Lilienartigen (Liliales) mit den Lilien, den Tulpen der Herbstzeitlosen oder dem Germer.

Schachblume (Fritillaria meleagris), Bild: M. Freiberg

Bei den Spargelartigen wird tiefschwarzes, oft glänzendes, sehr hartes und vor Fressfeinde schützendes Phytomelanin in die Samenschale eingebaut, bei den Lilienartigen nicht. Bei den winzigen Samen der Orchideen, die ebenfalls zu den Asparagales gehören, ist das allerdings nicht der Falls. Sie würden die Samen wohl so schwer machen, dass die normale Fortbewegung der Orchideen, Fliegen in geringsten Luftströmungen, unmöglich würde.

Königslilie (Lilium regale), Bild: M. Freiberg

Als Vertreter der Asparagales sehen sie die geöffneten Früchte der Leopardenblume (Belamcanda chinensis) und der Graslilie (Anthericum ramosum), für die Lilienartigen sind die in Kapseln eingebetteten Samen der Königslilie (Lilium regale) und der Schachblume (Fritillaria meleagris) abgebildet.

letzte Änderung: 08.10.2018