Juni 2018

Juni 2018: Der Fingerhut (Digitalis)

Zwei Fingerhutarten der Gattung Digitales, der Wollige (Digitalis lanata) und er Purpurne Fingerhut (Digitalis purpurea), werden im Botanischen Garten Leipzig innerhalb der systematischen Abteilung direkt nebeneinander kultiviert. Beide befinden sich schon bald in Vollblüte. Sie werden gerne von Hummeln und Bienen besucht, denn sie enthalten recht viel Nektar.  Bei beiden ist auch für diese Insekten eine gut ausgebildete Landeplattform vorhanden. Beim Wolligen Fingerhut setzt sie sich als „weiße  Zunge“  deutlich von der sonst bräunlichen Blüte ab. Beim Purpurnen Fingerhut tritt diese Zunge nicht ganz so deutlich hervor. Dafür befinden sind bei ihm dunkle, von weiß umrandete Flecken auf der Zunge, die den interessierten Bestäubern den Weg zum Nektar signalisieren.

Der Wollige Fingerhut (Digitalis lanata)

Fingerhüte sind recht leicht zu kultivieren, wobei der Wollige sonnige Stellen bevorzugt, während der aus unseren Laubwäldern stammende, Purpurne Fingerhut eher an schattigen Plätzen gedeiht. Durch die zahlreich im Herbst ausgestreuten Samen neigt der Purpurne Fingerhut  zu rascher Ausbreitung im Garten.

Der Purpurne Fingerhut (Digitalis purpurea)

Vorsicht: alle Fingerhüte enthalten die nach ihnen benannten Digitalis-Glykoside. Das sind starke Gifte, die auf den Herzmuskel wirken und je nach dem z.B. zu Kammerflimmern, Verringerung der Schlagfrequenz oder einer Verlangsamung der Erregungsleitung führen können. Diese Gifte werden auch heute noch medizinisch eingesetzt. Daher sollten die Fingerhüte nur mit Bedacht in den Garten gepflanzt werden, z.B. wenn nicht das Risiko besteht, dass womöglich Kinder sie in den Mund nehmen könnten.

alle Bilder: W. Teschner
letzte Änderung: 08.06.2018