Juli 2018

Juli 2018: Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt ein kleiner, attraktiv im Juli und August blau blühender Strauch namens Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus). Er wird heute in eine recht ursprüngliche Gruppe der Familie der Lippenblütler gestellt. Diese ist recht nah mit der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae), verwandt, zu dem auch das tropische Eisen- oder Teakholz (Tectona grandis) gehört.

Der Mönchspfeffer produziert kleine schwarze Steinfrüchte, die nach Trocknung Pfefferkörnern recht ähnlich sehen. Die allermeisten Lippenblütler hingegen entwickeln 4-teilige, trockene Nüsschen („Klausen“).

Die Nutzung der Früchte in Klöstern stand Namenspate für diese Pflanze, allerdings weniger wegen ihres Einsatzes als leicht scharf schmeckenden Pfefferersatzes. Vielmehr enthält der Mönchspfeffer Inhaltsstoffe, die bei der richtigen Dosierung den Sexualtrieb unterdrücken können und so ein Leben im Zölibat erleichtern. Eine falsche (zu hohe) Dosierung bewirkt allerdings genau das Gegenteil. Wer sich genauer über die pflanzlichen Wirkungen auf das Liebesleben des Menschen informieren möchte, dem sei an dieser Stelle der seit kurzem fertiggestellte „Liebespfad“ im Botanischen Garten empfohlen.

Mönchspfeffer ist gut an seinen Blättern zu erkennen, denn sie ähneln stark denen von Hanf. Allerdings haben Hanfblätter eine gewellte Oberfläche und Hanfsprosse haben Längsfurchen, während die Sprosse des Mönchspfeffers hingegen glatt sind.

alle Bilder: W. Teschner

In unserem Garten können sie Mönchspfeffer an drei Stellen bewundern: Im Apothekergarten, auf der Steppenanlage und in der Systematischen Abteilung unweit des Blauglockenbaumes (Paulownia).

letzte Änderung: 09.07.2018