September 2017

September 2017: Die Ingwerorchideen (Roscoea)

Roscoea purpurea

Die Ingwerorchideen (Roscoea) stammen aus dem Himalaya. Sie gehören die den ganz wenigen Vertretern der Familie Ingwergewächse, die es geschafft haben, auch unter den widrigen Umständen der temperaten Zone mit ihren kalten Wintern zu überleben. Dennoch sollte man bei ihrer Kultur darauf achten, das Rhizom mindestens 15 cm tief einzugraben und im Winter eine reichliche Abdeckung mit Laub vorzunehmen.

Roscoea alpina

Ingwerorchideen haben, anders als es ihr Name suggeriert, nichts mit den Orchideen zu tun, wenn man einmal davon absieht, dass beide zu den Einkeimblättrigen Pflanzen gehören. Sie bieten jedoch ebenso wie die Orchideen ihren Bestäubern eine auffällige Blütenlippe als Landeplatz an. Außerdem haben beide Pflanzengruppen ein Merkmal gemeinsam, dass man sonst im Pflanzenreich nur sehr selten findet: Es wird nur ein einziges pollenproduzierendes  Staubblatt ausgebildet! Alle anderen Staubblätter – theoretisch sind es mindestens 3 – sind steril und blumenblattartig vergrößert. Sie dienen somit der optischen Anlockung der Bestäubenden Hummeln und Bienen.

Roscoea alpina

Im Botanischen Garten Leipzig können sie Roscoea im Himalaya Bereich des Alpinums  bewundern. Neben den reinen Arten unseres Gartens werden im Handel auch Züchtungen und Sorten zu Farbvarianten, Wuchs und Winterfestigkeit angeboten.

Roscoea purpurea, alle Bilder W. Teschner
letzte Änderung: 08.09.2017