Juni 2016

Juni 2016: Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)

Die Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) haben ihren Namen von den zur Fruchtzeit stochschnabelartig verlängerten Griffeln. Zwei Gattungen sind bei uns heimisch: Erodium mit Griffeln, die sich durch einen Wechsel von Befeuchtung und Austrocknung schraubenartig drehen und so den Samen aktiv in den Boden legen. Und Geranium mit einem Griffel, der sich bei Austrocknung zusammenzieht und sich an speziellen Stellen von einer stehenbleibenden Achse löst und dann schlagartig nach außen schnellt. Wie bei einem Katapult werden die Samen dadurch mehrere Dezimeter weit weg geschleudert.

Erodium manescavii

Von der Blüte her sind Erodium und Geranium recht ähnlich aufgebaut: 5 unverwachsene, radiär angeordnete Kronblätter in vielgestaltigen Blütenständen leuchten in lebhaften Farben von tiefviolett über blau bis rosa auf annuellen oder  mehrjährigen kleinen Stauden in Wiesen oder Wegrändern.

Geranium sanguineum
Pelergonium crispum

Wirtschaftlich von großer Bedeutung sind die südafrikanischen Vertreter der Familie, die Pelargonien, welche manchmal fälschlicherweise auch unter dem Namen Geranie verkauft werden. Die Samen der Pelargonien haben oft lange Anhängsel, die der Windausbreitung dienen. Die Blüten sind nicht radiär symmetrisch, sondern eher spiegelsymmetrisch (zygomorph). Es gibt viele Züchtungen, Varietäten und Hybriden. Nicht zuletzt dürfte der Erfolg der Pelargonien auf ihre kommerziell leichte Vermehrbarkeit zurückführbar sein. Pelargonien sind neben Petunien bei uns „die“ klassische Balkonkastenpflanze. Auch gefüllte Formen sind im Umlauf. Diese machen zwar einen prächtigen Anblick, bieten den bestäubenden Bienen und Hummeln aber keinerlei Nahrung.

Alle drei Gattungen stehen bei uns im System benachbart und können so direkt miteinander verglichen werden.

Züchtung einer Pelargonie, Pelargonium spec.
letzte Änderung: 10.08.2016