August 2016

August 2016: Der Götterbaum (Ailanthus altissima)

Götterbaum im Botanischen Garten

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) gehört zu den besonders schnell wachsenden Bäumen, er streckt sich regelrecht dem Himmel entgegen, daher vermutlich sein Name. Er ist sehr hübsch anzusehen, mit rot gefärbten Blättern zum Laubaustrieb und ab dem Spätsommer mit überaus lebhaft gelb und orange gefärbten, geflügelten Früchten.

Götterbaum am Leuschnerplatz in Leipzig

Der reiche Fruchtansatz und das stetig wärmer werdende Klima in den Innenstädten haben dazu geführt, dass der Götterbaum mittlerweile an vielen Stellen zu finden ist, wo er nicht absichtlich gepflanzt wurde, z.B. auf Brachflächen, entlang von Autobahnböschungen oder extensiv genutzten Parkanlagen – z.B. am Wilhelm-Leuschner-Platz. Seine Wärmeliebe führt einerseits dazu, dass er von Süd- nach Norddeutschland immer seltener wird. Andererseits wird er in Mittelmeerländern und außerhalb Europas als invasive Art bereits bekämpft, da er durch seine enorme Wuchsleistung einheimische Arten leicht verdrängt und dort bereits in Wälder eindringt und Trockenrasen überwuchert. Einmal etabliert lässt sich der Götterbaum mit konventionellen Mitteln nur schwer wieder entfernen, da er zu intensivem Stockausschlag neigt. Auch in Deutschland sollte auf seinen Anbau daher vorsorglich verzichtet werden.

Früchte eines Götterbaums

Im Frühling bietet der Götterbaum reichlich Nektar an, der von Bienen zu einem besonders würzigen Honig verarbeitet wird. Neben Nektar in der Blüte bietet der Götterbaum auch Nektar an der Basis jünger Blätter an, der emsig von Ameisen gesammelt wird. Die Ameisen verteidigen ihren Baum im Gegenzug und halten Fressfeinde wie Heuschrecken, Wanzen und Raupen fern. Zudem schmecken die Blätter leicht bitter. All dies hat ebenso zum immer größer werdenden Erfolg des Götterbaumes beigetragen.

alle Bilder W. Teschner
letzte Änderung: 25.08.2016