Oktober 2015

Oktober 2015: Insektenfressende Pflanzen

Drosera capensis

Insektenfressende Pflanzen sind mehrfach unabhängig voneinander im Pflanzenreich entstanden. Man unterscheidet solche mit passiven Fallen, zumeist Krügen, und solche mit aktiven Fallen. Zu letzteren gehören die auch einheimisch vorkommenden Sonnentaue (Drosera) und die im östlichen Nordamerika wachsende Venusfliegfalle. Ein Potpourri der verschiedenen Fallen- und Fangtypen haben wir in einer Vitrine im Haus 2, der Orangerie, zusammengestellt.

Dionaea muscipula

Für alle insektenfressenden Pflanzen gilt: Ihre tierische Nahrung ist nur ein Zubrot. Alle sind in der Lage, mit Hilfe von Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid Zucker zu synthetisieren. Doch sie wachsen an Standorten mit nur wenigen Nährstoffen. Die Sonnentaue z.B. in Mooren, die Schlauchpflanzen auf den Tepuis Venezuelas. Die fehlenden Nährstoffe, wie Stickstoff oder Phosphor, entnehmen die Pflanzen dann ihren gefangenen und verdauten Insekten.

Drosera capensis (alle Bilder W. Teschner)

Die Fallen selbst sind umgewandelte Blätter und im Vergleich zu normalen Blättern denkbar ungünstig, zum Photosynthestreiben, denn sie können nicht waagerecht zum Sonnenlicht ausgerichtet werden. Daher wachsen insektenfressende Pflanzen nur dort wo sie nicht beschattet werden können. So sind sie z.B. nie in Wäldern zu finden! Durch den schleichenden Nährstoffeintrag durch Autoabgase und Hausbrand in die heimischen Moore sind unsere Sonnentaue daher auch überall im Rückgang oder vom Aussterben bedroht:  Die eingetragenen Nährstoffe lassen auch andere Pflanzen in den Mooren wachsen, welche die Sonnentaue beschatten, so dass diese allmählich verhungern.

letzte Änderung: 10.08.2016