Spatenstich Victoriahaus

19.10.2015

Spatenstich für die Sanierung des Victoriahauses

Das Victoriahaus im Oktober 2015

Das Leipziger Victoriahaus ist das einzig verbliebene Original von ursprünglich einem Dutzend Gewächshäusern dieses speziellen Bautyps in Deutschland. Die Universität Leipzig hat für diese Sanierung eine Förderzusage der Ostdeutschen Sparkassenstiftung sowie der Sparkasse Leipzig erhalten.

Damit kann ein für Leipzig herausragendes Baudenkmal im kommenden Jahr wieder für das Publikum geöffnet werden und findet die Victoria amazonica, die tropische Riesenseerose, wieder ihren ursprünglichen Platz im Botanischen Garten der Universität Leipzig. „Es macht uns stolz, dass an diesem traditionsreichen Ort, einem der ältesten Botanischen Gärten Deutschlands, ein architektonisch wie wissenschaftlich herausragendes Baudenkmal gerettet und seiner ursprünglichen Nutzung zugeführt werden kann“ erklärte Rektorin Beate Schücking beim Spatenstich. Auch für Dr. Harald Langenfeld, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leipzig und zugleich Vertreter der Ostdeutschen Sparkassenstiftung freute sich über den Projektstart.

Prof. Dr. Christian Wirth betonte die herausragende wissenschaftliche Geschichte im Zusammenhang mit dem Leipziger Victoriahaus: Der Leipziger Botaniker und damalige Direktor des Botanischen Gartens, Eduard Friedrich Poeppig (1798 bis 1868) ist der wissenschaftliche Autor der Riesenseerose Victoria amazonica. „Er hat auf seinen ausgedehnten Forschungsreisen durch Südamerika neben vielen anderen auch diese Pflanzenart am natürlichen Standort, dem Amazonas und seinen Nebenflüssen, kennen gelernt und diese im Jahr 1832 als Erster wissenschaftlich beschrieben“. Im Leipziger Victoriahaus wurden seit 1876 sowohl die größte Art. Victoria amazonica, aber auch kleinere Seerosen kultiviert.
Die Baumaßnahme wird durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Leipzig II durchgeführt: „Auch wir freuen uns sehr, dass wir die umfassende Sanierung dieses einmaligen Baudenkmals baulich und technisch begleiten können“, so Petra Förster, Leiterin des Niederlassung II des SIB Leipzig.

Für Rainer Ilg als Vorsitzender des Freundeskreises des Botanischen Gartens geht nun ein lange betreutes Projekt in die finale Phase. Seit Jahren bemühte sich der Freundeskreises zumindest um die Erhaltung der Baus als Überbrückung bis zu eigentlichen Sanierung. Zudem engagiert sich auch der Freundeskreis in etwas kleinerem Umfang für das Sanierungsprojekt.

Victoria cruziana im Mangrovenhaus im Sommer 2015
letzte Änderung: 21.11.2017