Biodiversitätsbildung

Biodiversitätsbildung im Botanischen Garten

Biodiversität umfasst die Vielfalt innerhalb und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme. Sie ist die ökologische, ökonomische und soziale Lebensgrundlage aller Menschen und somit für unseren Erhalt und für unsere Entwicklung von existentieller Bedeutung. Zugleich ist die biologische Vielfalt in einem bisher noch nie da gewesenen Ausmaß gefährdet.


Gemäß der Nationalen Strategie zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt macht es sich der Botanische Garten Leipzig zur Aufgabe durch gezielte Bildungs- und Lernangebote zur Stärkung des gesellschaftlichen Bewusstseins für die Biodiversität beizutragen. Unser Biodiversitätsbildungsprogramm, das nach den Kompetenzbereichen „Erkennen – Bewerten – Handeln“ aufgebaut ist, orientiert sich an den Kriterien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung und fokussiert somit den Erwerb der Fähigkeit zu einem umweltgerechten Handeln in allen Lebensbereichen. Unter qualifizierter Leitung und Einsatz eigens konzipierte Lehr- und Lernmittel bieten wir thematisch und methodisch vielfältige und erlebnisorientierte Umweltbildungsveranstaltungen an.


Das Profil des Botanischen Gartens Leipzigs, welches sich nach den drei Hauptebenen der Diversität richtet – genetische Vielfalt im Apothekergarten und im Duft- und Tastgarten, Vielfalt der Arten in der Systematischen Abteilung und der Lebensräume in der Geografischen Abteilung – bietet ideale Gegebenheiten für die Durchführung der Biodiversitätsbildung. Das Veranstaltungsangebot richtet sind insbesondere an Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse aller Schulformen. Zudem sind Angebote im Bereich der freien Jugend- und Erwachsenenbildung angesiedelt.
Die Bildungsveranstaltungen sind interdisziplinär konzipiert, sodass gezielt Anknüpfungspunkte zu allen Unterrichtsfächern und Lehrplaninhalten herausgearbeitet und gegebenenfalls vertieft werden können (siehe Abb. 1): 

  • Biologie (Entstehung der Artenvielfalt; Nachwachsende Rohstoffe; Neophyten und andere Migranten; Ökologie und Nachhaltigkeit; Biologische Probleme der Globalisierung; Pflanzenfamilien; Samenpflanzen; Zusammenhänge im Ökosystem; Urbane Ökologie)
  • Geografie (Tragfähigkeit der Erde; Nutzung, Gefährdung und Schutz von Ressourcen; Nachhaltigkeit; Die Kulturpflanzen Kaffee und Reis; Landwirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten in den Tropen)
  • Politik & Recht & Gemeinschaftskunde (Ökonomie und Ökologie; Chancen und Risiken der Globalisierung; Konsum; Globale Zusammenarbeit nachhaltige Entwicklung)
  • Ethik/Religion (Von und mit der Natur leben; Umweltbewusstsein; Die Macht des Konsums; Das Spannungsfeld von Freiheit und Verantwortung; Fragen nach dem guten Handeln und der Gerechtigkeit; Leben und Handeln in der Zeit)


Die Vernetzung der Fachdisziplinen kann die Lernmotivation für die beteiligten Fächer steigern und die Fähigkeit zu interdisziplinärem Denken und zur Entwicklung systemübergreifender Lösungsansätze befördern, welches angesichts der komplizierten Verflechtungen zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Belangen unserer Zeit für die Heranwachsenden von Nöten ist.

Abb. 1: Übersicht der Inhalte, Kompetenzen und Bezugsfächer der biologischen Vielfalt im Kontext der schulischen Bildung
(Sturm, Peter / Berthold, Tanja (2015): Biodiversität im Unterricht – ein Konzept zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie im schulischen Bereich. Laufe. In: ANLIEGEN NATUR 37(2). 2015: 76–83.)

letzte Änderung: 12.08.2019